29. Oktober 2007
Heute bekomme ich mit der Post unaufgefordert Hustenbonbons und schon liege ich mit Halsschmerzen im Bett. Die Viennale ist fast vorbei, ich habe keine Akkreditierung bekommen und mir folglich auch keine einzige Vorstellung angesehen. Vielleicht noch am 31.10. ein paar Kurzfilme. Ansonsten fand ich das Programm so oder so eher enttäuschend, worüber ich natürlich besonders leicht urteilen kann, da ich mir eben nichts angesehen habe.
An den vergangenen Wochenenden habe ich diverse Flohmärkte besucht und mir in erster Linie Streichhölzer und Werbesingles von Rexona und Ellen Betrix (Sweet and Sexy, Peach Girl) gekauft.
Und natürlich das wichtigste: Nie wieder kanadische Filme, aber besseres. Aber jetzt erst einmal wieder gesund werden.
Ansonsten im Kino gesehen:
-July ‘71 in San Francisco, Living at Beach Street, Working at Canyon Cinema, Swimming in the Valley of the Moon (Peter Hutton)
-Mosholu Holiday (George Kuchar)
-Runs Good (Pat O’Neill)
-Epileptic Seizure Comparison (Paul Sharits)
-La Libertad (Lisandro Alonso)
klingt nur nach viel, war aber alles an einem Tag und hauptsächlich Kurzfilme.
Desweiteren:
Ich werde mir keine Digitalkamera kaufen. Ich werde versuchen wieder öfter ins Kino zu gehen. Ich werde weiter an meinem erstem Doppelprojektionsfilm arbeiten.
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15. Oktober 2007
Chelsea Girls und Razorblades haben mich beide schwer beeindruckt. Es war das erste mal, daß ich mir Doppelprojektionen angesehen habe und ich möchte jetzt nichts anderes mehr sehen. Auch wenn mich Chelsea Girls für mindestens eine Stunde recht gelangweilt hat, halte ich ihn jetzt mit etwas Abstand für einen der besten Filme der Welt (Zumindest bis ich etwas noch besseres sehe). Da sich bei diesem Film alle Vorführung zwangsläufig mehr oder weniger voneinander unterscheiden, wird mit jeder neuen Vorstellung ein komplett anderer Film zu sehen sein. Selbst durch leichte Laufzeitunterschiede der beiden Projektoren stehen die Bilder immer wieder in anderem Bezug zueinander und das - der Technik sei Dank - nahezu unbeeinflussbar. So kann er also entweder der schlimmste oder der beste Film sein, oder, wie in meinem Fall, beides zugleich.
Razorblades war nicht ganz so wie erwartet; er hat mir nicht das Gehirn gespalten, aber doch hätte er von mir aus noch eine Stunde so weiter laufen können. Ansonsten fällt es mir eher schwer zu beschreiben, was mich daran so fasziniert.
Mal ganz abgesehen von den gezeigten Filmen war es auch ein Erlebnis sich vor eine Leinwand mit dem Format von 1:2,66 zu setzen, was selbst das ganz frühe Cinemascope übertrifft.
zu “The Chelsea Girls”: http://www.mitternachtskino.de/chelseagirls.htm

nicht das beste, aber das einzige Bild aus “Razorblades” das ich gefunden habe:

Ich bin mir zumindest ziemlich sicher, daß es sechs Kader aus “Razorblades” sind. Ich hatte mir den Film zwar noch ma Umroller angesehen aber sicher bin ich mir jetzt tritzdem nicht mehr. Falls es “Razorblades” sein sollte, fehlt in jedem Fall die Farbe, vorzugsweise links rot, rechts grün, oder umgekehrt. Und die Tonspur fehlt auch bei beiden Filmstreifen. Der Ton wechselt pro Bild zwischen 24 Hz ca. 200 Hz.
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5. Oktober 2007
Mittlerweile bin ich umgezogen. Ich wohne in einer sehr schönen Wohnung mit netten Mitbewohnerinnen und einem großen Zimmer mir interessantem Bücherregal. Allerdings war ich seit einer Woche nicht mehr im Kino, aber dafür trinke ich jetzt jeden Abend Feierabendbier. Die Arbeit war in den letzten Tagen recht antrengend, da einige Mitarbeiter krank sind und ihre Aufgaben übernommen werden mussten. Der Vorteil: Ich muss mich nicht um Arbeitsplätze streiten oder warten bis was frei ist. Langsam habe ich auch den Umgang mit den Unmengen an Ein- und Ausgangsbüchern und den Befundzetteln begriffen.
Auf jeden Fall gehe ich nächsten Dienstag wieder ins Kino um Razorblades und Chelsea Girls anzusehen. Beides Filme für Doppelprojektionen die einem angeblich das Gehirn spalten. Ich lasse mich mal überraschen. Vorher muss ich noch bei der langen Nacht der Museen Bücher und Filmdosen verkaufen.
Ganz neu: Ich kann jetzt seit einem Monat wieder Musik in meinem Zimmer hören, was mein ganzes Medientechnisches Wissen in Anspruch genommen hat, bis ich mit einer Unzahl an Adaptern dieses System zum Laufen gebracht habe.
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27. September 2007
mittlerweile ist die vierte woche fast vorbei. schnell mal das wichtigste der letzten zehn tage zsammengefasst:
ich kann eskimos nicht mehr sehen, auch wenn sie interessante traditionen pflegen, wie: sich gegenseitig mit der faust auf die nackte schulter schlagen bis beide blaue flecken haben. oder: fingerhakeln, allerdings nimmt der eine seinen zeigefinger und der andere seinen mundwinkel. und dabei immer schön lachen. verrückte welt in der die leben.
ich weiß wo ich ab oktober wohnen werde, was sehr beruhigend ist.
ich esse sehr gerne geräucherten speck, in ganz feine steifen geschnitten.
ich muß bald mal haare schneiden lassen.
ich habe folgende filme gesehen:
-Ascenseur pour l’echafaud
-Il grande silenzio (In verbindung mit einem sehr unterhaltsamen vortrag über das duell im western)
-Menschen am Sonntag
-Terre sans pain (Las Hurdes)
-Two-lane Blacktop
-Prater

Das interessante an “the big silence” war der schluß. scheinbar wurden für verschiedene länder verschiedene fassungen gedreht. entweder, klaus kinski erschießt den guten und zusätzlich noch etwa 20 mehr oder weniger unbeteiligte (ein wahres massaker), oder der held überlistet den bösen mit einem einfachen aber effektiven trick, zusätzlich kommt noch der totgeglaubte sherriff zu hilfe und das gute triumphiert. zwei fassungen wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, bei dieser kopie direkt hintereinander gestellt. das war kaum zu glauben.
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17. September 2007
ist angebrochen. Letzten Donnerstag hatte ich noch “Once upon a time in the west” gesehen und war das erste mal etwas genervt vom Publikum. Ich habe mir mittlerweile angewöhnt, mich im Kino während der Vorstellung so gut wie nicht zu bewegen, was auch ganz gut funktioniert. Neben mir wurde gegessen, was eigentlich verboten ist, und dann und wann mal die Melodie mitgesummt. Eigentlich nicht schlimm, da nicht ungewöhnlich in einem vollen Kino, aber dennoch hat es mich etwas gestört. Der Film war natürlich trotzdem gut und auch die Kopie in akzeptablem Zustand. An zwei Stellen (ich weiß leider nicht mehr in welchen Akten) waren mit Fettstift, oder ähnlichem, Figuren eingemalt, die so etwas wie eine Ab- und anschließende Aufblendung darstellten. Keine Ahnung warum.
Am freitag war ich beim Uffie Konzert im “Fluc”. Eigentlich eine gute Veranstaltung, nur eben der Auftritt war ernüchternd langweilig. Trotzdem war der Abend im nachhinein so anstrengend, dass fast den ganzen Rest des Wochenendes zuhause blieb. Schlimm, wie wichtig und zwingend gut auf einmal das Wochenende erscheint, nur weil ich mal eben fünf Tage die Woche arbeite. Gestern war sehr schönes Wetter, das ich direkt ausnutzte um mich ins Kaffeehaus zu setzen.
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12. September 2007
Nachtrag zu “The good, the bad and the Ugly”:
“Statt weiten Räumen und Totalen: Das Stakkato von long shots und close-ups, in dem Horizont und Bartstoppel unvermittelt aneinander geraten. Die Zooms röhren, die Kulesov-Montage knirscht, die Großaufnahme malrätieren das Auge, und Maestro Leone wütet als Herkules der Regie und kinematographischer Michelangelo. Keine karge Speise, sondern pervers geile Opern-Spaghetti mit Speck, panna und tomatenrotem Blut, begleitet von celestisch synthetischer Morricone-Musik und Tänzen dem Grabe entgegentorkelnder Marionetten.” (aus dem Programmheft des Filmmuseum Wien, September 07)
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11. September 2007
Schon wieder Dienstag. Die letzten Tage habe ich zu großen Teilen im Kino verbracht, oder aber damit, mir das neue Album von “the go! team” zu kaufen. Leider ohne Erfolg. Nicht mal im Elektrofachhandel hatten sie es. Das sei zwar schon bestellt, aber komme wohl erst in zwei Wochen. Und dann auch nur zwei Exemplare. Vielen Dank. Wahrscheinlich kennen es alle schon auswendig, nur ich nicht. Und, nein, ich möchte mir keine Musik im Internet kaufen.
Dafür habe ich wieder sehr schöne Filme gesehen, beide male auch als quasi nagelneue Kopie. Am Sonntag war es “The Magnificent Seven” mit einem sehr unterhaltsamen Horst Buchholz. Yul Brynner hat eine sehr beeindruckende Stimme. Gestern war es “The Good, the Bad and the Ugly” in der langen Re-Release Fassung von 180 Min. Ich hatte ihn noch nie vorher gesehen und hatte ihn mir vollkommen anders vorgestellt. Ich war ein bisschen verstört und doch sehr begeistert. Allein der Vorspann und die allererste Einstellung hätten mir schon gereicht, aber auch die drei Stunden vergingen ohne einen Funken Langeweile. Ich bin sehr froh, dass ich diesen Film auf der Leinwand sehen konnte. Danke Kino.
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8. September 2007
Gestern abend war ich auf meiner ersten privaten Party in Wien. Bestätigte Vorurteile: Es liefen Falco und EAV. Allerdings auch jeweils nur einmal. Da ich erst spät und “voll wie a Häusltschik” zuhause war, habe ich heute dem entsprechend lange geschlafen. Zum Frühstück gab es eine Leberkässemmel aus dem Billa. Das war dann auch genau das richtige. Ansonsten ist heute nicht viel passiert. Ich habe mir zuhause “L’Emmerdeur” (Die Filzlaus) mit Lino Ventura und Jacques Brel angesehen, dann war ich noch im Kino. Heute gab es “For a few dollars more”. Sehr schöner Film, nur Klaus Kinski hat mich etwas gestört.
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7. September 2007
Heute war (oder ist immer noch?) Gott in der Stadt. Dennoch, bereits vor dem G8-Gipfel waren in Hamburg mehr Polizisten auf der Staße als hier… und heute. Dafür wirken sie hier auch furchteinflößender und ich glaube sie haben auch größere Waffen. Ich durfte zwar keine in die Hand nehmen, aber aus der Nähe betrachtet…
Ansonsten habe ich gelernt wie einfach es ist sein Handy aufzuladen. Unglaublich, dass ich dafür wirklich drei oder vier Tage gebraucht habe. Endlich habe ich mir das Buch “Singen und Tanzen im Film” gekauft und kann somit wissenschaftlich fundiert weiterarbeiten. Desweiteren eine Idee für eine Fotoserie, die nach etwa zwei Stunden wieder zerschlagen wurde, weil: wurde schon gemacht. Nochmal viele kanadische Filme. Diesmal habe ich etwas über die Entdeckung des Insulins gelernt (1921 von zwei Kanadiern entdeckt) und viele neue Freundinnen gefunden. Hier ein Beispiel - Foto (entliehen, soll heißen, diese kenne ich nicht persönlich, noch, aber meine konnte ich noch nicht abfotografieren).
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6. September 2007
Heute ist mir wieder einmal bewußt geworden: Snickers ist der beste Schokoriegel. Auch bei schlechtem Wetter und eisiger Kälte sehr lecker.
sonst heute: viele kanadische Informationsfilme, Blase am Fuß, wieder keine Kamera gekauft.
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